The Ridiculous Six [Kurzreview]

Adam Sandler kann nicht gerade auf eine glorreiche Filmographie zurückblicken, für viele dümmliche und – wenn überhaupt – unfreiwillig komische Filme zeichnet sich der Amerikaner verantwortlich. Das Verrückte: Der Schauspieler, Produzent und Regisseur ist trotzdem erfolgreich ohne Ende.
Man ahnte Böses, als News verkündeten, dass Sandler einen Vertrag über vier Netflix-exklusive Filme unterschrieb, waren Produktionen des Streaming-Riesen bisher nicht zwingend Filmmaterial für die Ewigkeit, konnten sie wenigstens als gute, wertige Produktion auftrumpfen. Serien wie House of Cards oder Daredevil konnten Zuschauer und Kritiker ebenso unterhalten, wie die erste hauseigene Kinoproduktion „Beasts of no Nation“.
Nun also spendiert Sandler unter den Fittichen von Regissur Frank Coraci seinen ersten Beitrag zu den immer größer aufgezogenen Unterhaltungsmedien der Marke Netflix und liefert spielend leicht den schlechtesten Film des Jahres 2015.
The Ridiculous Six ist so grauenhaft, dass es schlimmer kaum vorstellbar ist.

Wir werden entführt in die Weiten des Wilden Westens, das Bleichgesicht Tommy „White Knife“ Stockburn (Adam Sandler) wächst als Waise bei Indianern auf und führt ein erfülltes Leben mit seinen Stammesgenossen. Das ändert sich schnell, als sein leiblicher Vater auftaucht (Nick Nolte) und in Schwierigkeiten steckt. Nach einigen anfänglichen Minuten des Kennenlernens, wird dieser von einer Bande Ganoven entführt.
Tommy macht es sich zur Aufgabe, seinem Vater das Leben zu retten; auf seinem Abenteuer muss er nicht nur 50.000 Dollar auftreiben, sondern auch lernen, dass er nicht der einzige Sprössling seines Vaters Samen ist.

Was Netflix hier kredenzt, ist ein Film, der so schlecht ist, dass man sich über die zwei Stunden Laufzeit auf einer Achterbahnfahrt von absoluter Gleichgültigkeit über Langeweile bis hin zu schierer Wut wiederfindet. Die sogenannten Gags sind unglaublich schlecht getimed, lassen meist nicht mal ein müdes lächeln zu, sondern verleiten zum Augen verdrehen und Kopfschütteln. Zuschauer, die das Grundschulalter bereits verlassen haben, dürften sich zusammenreimen, woher die Six im Titel stammt – was oder wer Ridiculous sein soll, ist mir jedoch immer noch ein Rätsel.

The Ridiculous Six erzählt eine Geschichte, die keiner der Beteiligten selber ernst zu nehmen scheint, da sind Wegpunkte, über die man geleitet wird, von Charakterentwicklung, anständiger Narrative oder einem weitergehenden Inhalt, geschweige denn Message, keine Spur.
Das wäre alles zu verkraften, würden wenigstens die Gags greifen – tun sie aber nicht.
Der Witz, dass ein Esel in fontänenartigen Ausmaßen sein großes Geschäft erledigt, wird nicht einmal, nein, gleich dreimal abgefeiert, dass die Fontäne dabei jeweils verschiedene Opfer trifft, lässt ihn leider nicht besser werden. Als hätte der Esel damit nicht schon genug gelitten, stellt sich weitergehend heraus, dass es sich um einen „Blase-Esel“ handelt. Natürlich, der Esel verteilt Blowjobs (ha ha).
Man nehme weiterhin ein bisschen Pipi-Kaka-Kotze und fertig ist die Laube.

Umso erstaunlicher, dass hier teilweise mit einem richtigen Staraufgebot geprotzt wird. Neben Adam Sandler reihen sich Nick Nolte, Steve Buscemi, Harvey Keitel und weitere bekannte Gesichter in diesen Albtraum von einem Film. Man hätte meinen sollen, dass viele dieser Kandidaten solch eine Demütigung nicht nötig hätten.
In Summe ist dieses Erzeugnis nicht allein völlig unbedeutend und geschmacklos, es strotzt ebengleich vor Rassismus und lässt jeglichen Respekt vor dem Menschen an sich, den Darstellern, dem Zuschauer oder dem angestrebten Westerngenre vermissen. Erleichterung macht sich erst breit, wenn der Westernableger nach knappen zwei Stunden sein Ende erreicht, bevor er vorangehend versucht, völlig fehlgeschlagene Kehrtwenden in die viel zu dünne Geschichte einzustreuen.

Netflix liefert oft genau das, wonach Abonnenten rufen, analysiert Wiedergaben und Bewertungen, um seinen Nutzern entgegenzukommen. Dabei wurden nie große, kunstvolle Erzeugnisse geschaffen, die in die Filmgeschichte eingehen werden, bisher aber immer brauchbare Produkte mit einem gewissen Produktionsstandard abgeliefert.
Wenn The Ridiculous Six nun das ist, was die breite Masse verlangt und schätzt, könnte Netflix in Zukunft ein Problem für die Kino- und Arthauskultur werden.

(PS: Es steckt nicht das Höchstmaß an Mühe in dieser Review,  die hat sich beim Film ja offenbar auch niemand gegeben)


Mindestens einer der schlechtesten Filme des Jahres 2015, wenn nicht sogar der letzten Jahre.
Bewertung: 0,5/5 


Regisseur: Frank Coraci
Schauspieler:  Adam Sandler, Terry Crews, Jorge Garcia
Laufzeit: 119 min
Erscheinungstermin: 11 December 2015

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5 Gedanken zu “The Ridiculous Six [Kurzreview]

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