Kürzlich gesehen, kürzlich begeistert

Momentan komme ich nicht dazu, mich mal wieder ausführlich mit einem Film auseinanderzusetzen. Das Semester steht grade wieder in den Startlöchern, so findet man sich morgens um acht plötzlich im Hörsaal zwischen dutzenden schlafenden oder vielleicht nur so wirkenden Studenten wieder. So schön freie Zeiten sind, der Mensch braucht letztlich doch ein Ziel, auf das er hinarbeitet.
Abgesehen davon schaue ich zwar auch momentan etliche Filme, habe aber oft das Gefühl, eine Besprechung würde eher halbgar werden, als wirklich schön. Deshalb gehe ich diesem Gefühl dann doch gleich nach und stelle euch eine handvoll Filme vor, die mich in letzter Zeit begeistern konnten, auf halbgare Weise versteht sich. Netflix sei Dank.
Trailer sind abermals mit einem Klick auf die Titel zu erreichen.
PS: Falls zwischen euch Lesern begeisterte Letterboxd-User sind, könnt ihr mir auch gerne dort folgen, ich finde das System super und bin selber immer wieder froh, durch Freunde auf spezielle Filme aufmerksam gemacht zu werden.

  • New World – Park Hoon-Jung
    Ich habe mich vor einiger Zeit entschieden, auch dem asiatischen Kino ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Oft bin ich begeistert von der Ästhetik, einer besonderen Bildsprache. Die Zutaten sind einem bekannt, finden in ihrer fertigen Rezeptur aber seinen ganz eigenen Geschmack. Weiterlesen
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Whiplash

Bei den diesjährigen Oscarverleihungen hat der recht unbekannte Damian Chazelle für ordentlich Furore gesorgt. In gleich fünf Kategorien war sein „Whiplash“ nominiert – darunter auch in der wohl interessantesten Kategorie „Bester Film“ – und konnte letztlich mit befriedigenden drei Preisen das Feld räumen. 
Sein nun zweiter dem Jazz gewidmeter Film basiert auf dem gleichnamigen, ebenfalls der Regie Chazelle’s unterliegenden Kurzfilms „Whiplash“,  und vermag durchaus zu begeistern.

Andrew (Miles Teller) versucht auf der besten Musik-Schule seiner Art Fuß zu fassen und die Aufmerksamkeit des wohl berühmt-berüchtigsten Lehrer der Schule zu gewinnen. Als Neuankömmling im ersten Semester ist er eigentlich dazu verdonnert, mehr zuzuschauen, denn wirklich aktiv teilzuhaben am Geschehen. Doch als Fletcher (J.K. Simmons) den ambitionierten, jungen Musiker Abends üben sieht, eröffnet sich eine Chance, die Andrew am Schopfe zu packen versucht.  Weiterlesen

The Salvation

Kaum ein Genre war lange Zeit so totgesagt wie der Western. Die Glanzzeiten sind vorüber, Zeiten in denen Clint Eastwood grimmig gegen die Sonne starrt und schlussendlich triumphierend Richtung Horizont reitet.
Aber nachdem Filme wie „Erbarmungslos“, „3:10 to Yuma“ oder „True Grit“ der beiden Coen-Brüder in den letzten Jahren gezeigt haben, dass Western auch heutzutage noch Spaß machen können, hat sich der den meisten wohl unbekannte Däne Kristian Levring entschieden seinen eigenen Genrebeitrag abzuliefern.
Bezeichnend, dass einer der besten Western der letzten Jahre in Dänemark und eben nicht der amerikanischen Filmeschiede aus Hollywood ensteht, ist der Western mit seinen Cowboys doch eigentlich der amerikanische Superheldenfilm der Vergangenheit.
Passenderweise lässt Levring seinen Helden durch den momentan sehr angesagten Landsmann Mads Mikkelsen verkörpern und generiert dadurch eine Aufmerksamkeit, die der Film allemal verdient.  

Nach siebenjähriger Trennung empfängt der Einwanderer Jon (Mads Mikellsen) sehnsüchtig Frau und Kind. Lange Zeit hat es gebraucht, um sich zusammen mit Bruder eine Existenz im Land der großen Möglichkeiten aufzubauen. Doch die Idylle ist nicht von langer Dauer. Zwei finster dreinschauende Ganoven teilen sich eine Kutsche mit der just wiedervereinten Familie. Ärger ist vorprogrammiert und es dauert nicht lange, bis der friedliche Einwanderer aus der Kutsche verbannt wird und Stunden später erst sein Sohn und schlussendlich auch seine Frau tot in seinen Armen liegt. Jon sinnt auf Rache, doch damit ist der örtliche Bandenführer alles andere als einverstanden. Weiterlesen

Birdman

Hype. Es gibt wohl verschiedene Arten des im Zeitalter des Internets entstandenen Massenphänomens. Oft wird – verbunden mit einem horrenden Budget – die Werbetrommel gerührt, bis die breite Masse überhaupt nicht mehr wegschauen kann. So zum Beispiel der Fall (hier in Form eines Videospiels) des Game-Blockbusters Grand Theft Auto V, Werbung lief im Fernsehen, Werbung wurde im Internet geschaltet und ganze Fassaden in den größten Metropolen der Welt wurden plakatiert. Oft rührt der Aufruhr wiederum von längst vergangenen, meist jedoch verehrten Vorgängern. 
Dann gibt es jedoch noch eine dritte Art des Hype’s: Ob bei Filmen, Videospielen oder gänzlich anderen Medien passiert es manchmal, dass ein Film lange unter dem Radar läuft und erst kurz vor Erscheinen langsam, aber sicher eine virale Lawine im Internet losbricht. Die ersten Kritiken treffen ein, die positiven Bewertungen überschlagen sich und soziale Plattformen steigern das Aufsehen immer höher. Zu letzterem gehört Birdman. Lange Zeit völlig unwissend über dessen Existenz, kamen einige Wochen, vielleicht waren es auch Monate, die ersten Lebenszeichen bei mir an. Es wurde in höchsten Tönen über den Film gesprochen. Kurzerhand sah ich mir den Trailer an und war fasziniert, ich musste diesen Film sehen. Die Oscarnominierungen – neun Stück sind es an der Zahl, damit ist Birdman mengenmäßig mit Grand Budapest Hotel der offizielle Oscarfavourit – kamen zum richtigen Zeitpunkt und schafften den letzten Schub in Richtung Aufmerksamkeit. Der Film ist definitiv besprechenswert, denn er polarisiert. Mit enormen Erwartungshaltungen ging ich also ins Kino, ob diese eingehalten werden konnten? JA! Und sogar noch mehr.  Weiterlesen