Feuerwerk am helllichten Tage

Das asiatische Kino ist hierzulande ja eher unbekannt und läuft größtenteils unter ferner liefen. Auch ich hab diese Sparte des Films lange ignorant missachtet, bis ich vor etwa einem Jahr dann den hervorragenden „Oldboy“ (natürlich das Original, nicht das Remake!) zu Gesicht bekam. Schnell wurde mir klar, dass asiatische Filme anders funktionieren als ihr westliches Gegenstück, aber  einige unentdeckte Perlen unter ihnen weilen.

So wurde ich hellhörig, als das chinesische „Feuerwerk am helllichten Tage“ im letzten Jahr die Auszeichnung für den besten Film  der Berlinale gewinnen konnte. Mit dementsprechender Erwartungshaltung ging ich an den Film heran, wurde jedoch enttäuscht, ist dies doch eher einer der schwächeren Vertreter fernöstlicher Filme, die ich bis dato gesehen habe. Weiterlesen

The Imitation Game

Are you paying attention?
Good. This is going to go very quickly now. If you are not listening carefully, you will miss things. Important things. What I will need from you now is a commitment. You will listen closely, and you will not judge me. When I am finished — when I have told you that I am finished — you are free to think whatever you like. But until then, you will trust that while this story will be hard for you to understand, everything I am saying I am saying for a reason. This will go quite fast now. And that is the last time I will repeat myself. Pay attention.

So beginnt der Film mit Benedict Cumberbatch’s Worten in einem Verhörraum. Ein kluger Schachzug, denn natürlich ist hiermit eigentlich sein Gesprächspartner gemeint, doch auch wir als Zuschauer fühlen uns angesprochen. „The Imitation Game“ beginnt hier, ähnlich wie die andere aktuelle Biographie  „Theory of Everything“,  mit einer Szene gegen Ende des Films, um 11 Jahre in der Chronologie zurückzuspringen und dramaturgisch einen Bogen zu spannen.
Es ist das Jahr 1939, just erklärte Großbritannien Deutschland den Krieg, wie uns der rufende Zeitungsjunge lautstark mitteilt. Der Mathematiker Alan Turing (Benedict Cumberbatch)  eilt durch einen Londoner Bahnhof, er befindet sich auf dem Weg nach Bletchley. Nach Anfangsschwierigkeiten wird Turing dort Teil der wohl wichtigsten strategischen Handlung des zweiten Weltkrieges. Seine Aufgabe: Die Entschlüsselung des Enigma-Codes. Diese Verschlüsselung wird täglich um punkt Zwölf geändert, sämtliche Funksprüche der Deutschen sind auf diese Art gesichert. Ist dire Code geknackt, werden Angriffe vorherseh- und abwendbar.
Dieses schwierige Unterfangen wird zur wichtigsten Aufgabe im Leben des Mathematikers, soll die Lösung doch Millionen von Menschenleben vor dem grausamen Tod bewahren. Weiterlesen

The Italian Job

Ein Mann sitzt in einem Auto und fährt eine kurvige, mit Schluchten umsäumte Strasse entlang. Die Kameraperspektive wechselt und wir verfolgen diese eigentlich eher unspektakuläre Autofahrt aus Sicht des Fahrers, während die Credits zu stimmigem Soundtrack durch die Windschutzscheibe laufen. Die Autofahrt nimmt ein abruptes Ende, die Kamera verlässt Auto, als auch Fahrer und zeigt eine Explosion am Ende des durchfahrenden Tunnels. Jenseits der Unterführung stehen unzählige, mit feinen Anzügen gekleidete und Maschinengewehren ausgerüstete Männer, ohne eine Miene zu verziehen. Das Auto wird in die Tiefen  geworfen, ein symbolischer Beerdigungskranz rollt hinterher. Schnitt.
Der Ganove Charlie Croker (Michael Caine) wird aus einem Gefängnis in England entlassen. Nach kurzer Eingewöhnung an die neu gewonnene Freiheit, wird ihm per Videobotschaft ein neuer Coup vorgeschlagen. Der eben noch „verunglückte“Fahrer schlägt folgendes Objekt der Begierde vor: 4.000.000 $. Die gewagte Operation soll sich in Italien abspielen, es sind jedoch nicht nur die örtlichen Behörden, gegen die sich Charlie bewahren muss, auch die italienische Mafia hat Wind von der Sache bekommen. So muss Croker eine fähige Truppe zusammenstellen, um den grössten Coup seiner Karriere möglich zu machen.

The Italian Job ist ein klassischer Heist-Movie, erst wird ein Team zusammengestellt, der Überfall sorgfältig geplant und folgend umgesetzt. Anders als viele Genrevertreter nimmt sich dieser jedoch nicht zu ernst und verbindet die Krimi-Geschichte mit einer guten Prise Selbstironie. So ist Professor Simon Peach (Benny Hill) , der geniale „Denker“ der Truppe, ein verkappter Perverser und steigt nur mit ins Boot, weil er eine Schwäche für beleibte Frauen hat. Mr. Bridger (Noel Coward),  der Strippenzieher der Organisation, ist seinerseits noch im Gefängnis inhaftiert, hat seine Zelle jedoch stilecht mit Bildern der Queen tapeziert. Dazu kommt ein sympathischer Michael Caine, den ich persönlich immer gerne auf der Leinwand sehe, hier in jungen Jahren als verschmitzter Bankräuber und flotten Sprüchen auf den Lippen.
„Youre only supposed to blow the bloody doors of“
So findet der Film eine angenehme Mischung aus spannender Geschichte mit der nicht zu kurz kommenden Prise Humor. Dabei fällt kaum auf, dass das ganze schon über 40 Jahre auf dem Buckel hat, das allseits betriebene Overacting jeglicher Charaktere wäre heute wohl nicht mehr zeitgemäß, fügt sich dennoch wunderbar in’s Gesamtkonzept des Films ein.
Das letzte Drittel des Films gehört dann allein der hervorragend inszenierten Fluchtsequenz, hier werden drei Fluchtfahrzeuge – 3 Minis, in rot, weiß und blau, den Farben der britischen Nationalflagge – durch verschiedenste Szenerien gejagt. Vorbei an Einkaufszentren, auf Dächern und durch die Kanalisation versucht unser Team ihre Verfolger abzuhängen. Im Normalfall bin ich kein großer Fan von Autoverfolgungsjagden, oft sind diese krampfhaft auf actiongeladene Autosequenzen aus, mit viel Lärm um nichts. Das wirkt hier anders, zwar kommen die Stunts nicht zu kurz, wenn Minis und Verfolger über Dächer springen, aber auch hier wirkt einmal mehr das schon oft angesprochene Quäntchen Humor. Der Durchlauf der verschiedenen Schauplätze lässt es dabei nie langweilig werden.
Ohnezuspoilern ist das Ende des Films dann im wahrsten Sinne des Wortes ein wahrhafter Cliffhanger und nett gewählt.


„The Italian Job“ ist ein sehr gelungener, stimmiger Genrefilm. Insgesamt gut gealtert und voller Charme. Wohl ein Klassiker des britischen Films, gehört jedoch nicht zu den ganz Großen. Grade im Hinblick auf zahlreiche Werke, die sich ähnlicher Mechaniken bedienen, ist das ganze jedoch auch heutzutage noch einen Blick wert! 

Bewertung: 8/10


Italian Job Poster ©

Italian Job Filmposter ©

Regisseur: Peter Collinson

Schauspieler: Michael Caine, Noel Coward, Benny Hill
Laufzeit: 99 Minuten
Erscheinungsdatum: 22. August 1969

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The Hunter

Der Söldner Martin (Willem Dafoe) wird entgegen seiner sonstigen Beschäftigungen von einem geheimnisvollen Biotech-Konzern engagiert, das wohl letzte lebende Exemplar des tasmanischen Tigers aufzuspüren, zu jagen und letztendlich zur Strecke zu bringen. Das leicht abstruse Tier erinnert optisch an eine Kreuzung aus Wolf und Tiger und soll sich in Australien aufhalten. Also macht Martin sich auf den Weg und findet eine Unterkunft im problemgeladenen Haus von Lucy Armstrong und ihren Kindern. Von hier aus beginnt nicht nur die Jagd auf den Tiger, Martin wird auch mehr und mehr in der Familie eingebunden, ausserdem scheint er nicht der einzige auf der Suche nach besagtem Tiger..

Trailer:

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What to watch?! Releases on Netflix (KW4)

Nachdem ich mich nun seit einiger Zeit als einen zufriedenen Netflix-Kunden bezeichnen kann, bin ich natürlich gerne stets informiert über Neuerscheinungen und Highlights des VoD-Riesen, verliert man doch recht schnell den Überblick angesichts der immensen Massen Filmmaterials.
So werden Woche für Woche zahlreiche neue Filme und auch Serien in das Sortiment aufgenommen, die es wert sind geschaut zu werden. Aus diesem Grund dachte ich mir, eine Art wöchentlichen Führer einzuführen, um auf sämtliche Neuerscheinungen der recht frischen deutschen Variante des Streamingdienstes und auch der ausländischen Pondons hinzuweisen, wäre recht hilfreich. Mit einem einfachen Plugin unter Chrome oder Firefox wird es möglich die wohl interessantesten Vertreter aus den USA, UK, und durch eine recht hohe Dichte exklusiver Titel auch das dänische Gegenstück in Betracht zu nehmen. In Zukunft werde ich diese Möglichkeit noch in einem kurzen separaten Blog „erklären“, öffnet es doch unkompliziert recht viele Möglichkeiten der Auswahlerweiterung. Weiterlesen

Aller Anfang ist schwer..

wie man immer so schön sagt. Ich hocke nun vor meinem Computer und wage mich in diese neue – ehrlich gesagt ziemliche neue – Welt des „bloggens“. Bisher habe ich mich mit diesem Teil des großen, weiten Internets kaum oder sogar gar nicht beschäftigt. Doch jetzt ist es soweit. In letzter Zeit bin ich immer öfter über Blogs gestoßen, alle einem Thema gewidmet : Dem Film.

Nachdem ich nun einige (zugegebenermaßen ziemlich professionelle) „Filmblogs“ gesichtet habe, konnte ich mich immer mehr mit dem Gedanken anfreunden mich dieser Welt anzuschließen, denn ich habe schon seit längerem das Bedürfnis, meine Gedanken rund um die Filmwelt und grade gesehen Inhalte mit Menschen zu teilen. Und dabei sind wir schon beim Thema, um das sich der Großteil dieses Blogs drehen wird, dieser Wunsch ist wohl nicht sehr originell oder einzigartig, aber eben das was ich liebe.

Es ist schwer zu sagen, woher diese Liebe kommt, ich denke jedoch, sie wurde geboren in einem Erlebnis frühster Kindheit. Ich war 6 Jahre jung, als ich die Möglichkeit bekam „The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring“ im Kino sehen zu dürfen. Der Film schlug ein wie eine Bombe, er schaffte mich in eine Art Wahn zu versetzen, den man heute wohl Hype nennen würde. Jahr um Jahr wurde es zu einem Event in der vorweihnachtlichen Zeit mit der Familie das Kino zu besuchen, um endlich zu erfahren wie die epische Reise rund um Frodo, Aragorn, Legolas & Co. denn nun enden würde. Als es dann vorbei war, ich war mittlerweile stolze 9 Jahre alt, bemühte ich mich gegen die sich langsam ankündigen Tränen anzukämpfen, die die gefühlten 6 aneinandergereihten Enden der Saga aus mir rausprügeln wollten. Damals mit Erfolg. Und auch heute bekomme ich noch Gänsehaut, wenn die friedliche Melodie der Hobbits aus dem Auenland erklingt und ich fühle mich irgendwie ein Stück als wäre ich zuhause.

Heute bin ich 20 Jahre alt und entdecke eine immer größer werdende Liebe zum Film. Hat es angefangen mit Fantasyabenteuern in fantastischen Welten bin ich heute in der Welt der Filmnerds angekommen. Ein Großteil meiner Freizeit geht im Kino oder vor dem heimischen LED-Fernseher drauf. Mit der Zeit entwickelt man ein anderes Gefühl für Filme, die Geschmäcker verschieben sich und plötzlich ließt man Sonntagsmorgens ein Drehbuch von „American Hustle“. Man will mehr lernen, mehr sehen, ob nun total fantastisch und atemberaubend oder manchmal eben auch stumpfsinnig und eher schlecht. Ich verbringe meiner Zeit gerne mit Filmen und ich hoffe mit der Zeit auf einige Gleichgesinnte zu treffen, die es möglich machen sich auszutauschen und meine Gedanken über mein Lieblingsmedium irgendwie öffentlich zu machen. Was ich hier so vorhabe und was genau ich da alles machen möchte wird sich alles noch erübrigen und mit der Zeit hoffentlich stetig ein Stück besser werden, Stück für Stück. Denn wie man eben weiß: Aller Anfang ist schwer.