Sin City: A Dame to Kill For [Kurzreview]

A Dame to Kill For ist, wie sein Vorgänger, eine Aneinanderreihung lose zusammenhängender Kurzgeschichten. Wir treffen auf altbekannte Sonderlinge der Stadt der Sünden, begegnen aber auch einer Handvoll neuer Bewohner einer Welt von Alkohol, Sex und Gewalt.
So möchte Dwight (Josh Brolin) mit seiner Vergangenheit abschließen, denkt über alles nach, was er all die Jahre verbockt hat, bis ausgerechnet seine ehemalige Freundin Ava  (Eva Green) auf den Plan tritt. Sie braucht seine Hilfe in einer makaberen Auseinandersetzung mit ihrem Ehemann. Unterdessen besucht der immer glückliche Spieler Johnny (Joseph-Gordon-Levitt) eine Bar, um die Bekanntschaft von Senator Roark zu machen. Doch nicht allein Johnny ist mit diesem bekannt, die nach wie vor tanzende Nancy hat noch eine Rechnung mit Roark zu begleichen.
Auf dem Papier folgt die zweite Comicadaption der selben Formel wie der erste Abstecher in diese düstere Welt, und doch formt „A Dame to Kill For“ ein eher maues Sequel.

Das liegt zum vor allem an eher schwach ausfallenden Einzelgeschichten, besonders die Story um Joseph-Gordon-Levitt weiß kaum zu überzeugen. Hier kommen fremde Personen zusammen, die nur eine Gemeinsamkeit haben: Keinen Charakter und keinen Hintergrund. Diese Charaktere sind so charakterlos, wie sie eben sein können, kommen aus dem Nichts und enden im Nichts. Wenn man sie beschreiben sollte,so würde ein Schlagwort genügen: glücklicher Spieler, schöne Frau.
Der sonst so charismatisch-verschmitzte Levitt verfällt dem allgemeinen Sin-City-Tonus. Hier muss jeder auf Teufel komm raus die Coolnessskala sprengen, optional eingängige One-Liner auf den Lippen haben. Das mag zu Rourke oder Brolin passen, nicht aber zu dem sonst niemals plakativ aufspielenden Levitt.

Die später auftauchende, vermeintlich starke und verwegene Femme Fatale, die von Eva Green verkörpert wird, beschränkt sich auf genau eben diesen. Einen Großteil ihrer Screentime verbringt die titelgebende Dame ohne Bekleidung. Das ist zwar nett anzusehen, macht ihre Figur aber weder charakterlich stark, noch zu einer wirklichen Bedrohung.
Auch sämtliche mutmaßlich starke weibliche Mitstreiter verleihen ihrer Stärke meist allein durch körperliche Reize Ausdruck, bleiben somit schwache, leere Hüllen, während männliche Widersacher passenderweise einzig eine Schwäche zu haben scheinen: Die Reize eines weiblichen Körpers.
So entsteht eine sich wiederholendes Pattern von Männern, die sich aufreizenden Frauen hingeben, um zu merken, dass hinter nackter Haut der Tod lauert. Schwächer könnte man Geschlechterrollen im Jahr 2014 kaum darstellen.

Zumindest mit der Optik kann der erneute Ausflug in die Stadt der Sünde punkten. Zuweilen wirkt der Stil ein wenig überzeichnet – weniger ist manchmal mehr -, größtenteils macht die Darstellungsweise aber Spaß. Schnitt für Schnitt scheint man sogar so etwas wie einen Comicstrip ausmachen zu können, kann sich leibhaft vorstellen, wie Geschichten in der Vorlage auf starrem Papier vorangetragen wurden.


Letzenendes bleibt ein schwaches Sequel, das versucht den Vorgaben des ersten Abstechers gerecht zu werden, aber nicht zuletzt an den eigenen Ansprüchen auf Over-the-Top Coolness, Sex und Gewalt erstickt. Spannende Geschichten werden getragen durch aufregende Charaktere. Hier bleibt weder das eine noch das andere – zugegeben in netter Optik.

Bewertung: 2,5/5 (Für Fans [des Genres])

Regisseur: Frank Miller, Robert Rodriguez
Darsteller: Mickey Rourke, Jessica Alba, Josh Brolin
Laufzeit: 102 min
Erscheinungsdatum: 18.09.2014

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