Liebster Blog-Award von „Paranoyer“ (Ich lebe noch)

LiebsterBlogAward

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt – eine bekloppte Phrase, und doch so wahr. Auch wenn meine Filmliebe seit Jahren immer größer und größer zu werden schien und mein Verlangen, mich durch niedergeschriebene Sprache auszudrücken, schon zu Schulzeiten erkennbar war, hätte ich ich noch vor einem Jahr nie in Erwägung gezogen, meinen geistigen Gedankenbrei in den großen Weiten des Internets zu verbreiten.
Ein Blog, was ist das überhaupt? Lange Zeit ist diese wunderbare kleine Welt an mir vorbeigezogen. Eine Welt voller sich (meistens) gegenseitig unbekannter bekloppter Persönlichkeiten, die etwas verbindet: Leidenschaft. Und so fühlt man sich dann eben doch nicht gänzlich fremd. Vor einigen Monaten entstand so ein Umgang, der auch der realen, wirklichen Welt da draußen mehr als nur gut tun würde. Ich wurde herzlich in diesem Haufen voller Menschen und Meinungen empfangen, habe Spaß daran gefunden mich auszutauschen, zu diskutieren, manchmal auch den Kopf zu schütteln.

Dann ist passiert , was eben so passiert. Das Leben hat mich eingeholt. Freunde und Studium haben geradezu nach Aufmerksamkeit und Zeit geschrien, eine wundervolle, junge Frau hat sich entschlossen, mein Leben zu bereichern und plötzlich wurden aus Wochen sogar Monate ohne Output. Lange hab ich überlegt mich einfach nochmal hinzusetzen, aber nie den richtige Anstoß gefunden wieder mitzumischen. Umso schöner, dass jetzt quasi die direkte Aufforderung vor mir liegt. Also warum eigentlich nicht? Spaß gemacht hatte mir das ganze bisher allemal.

Deshalb möchte ich meinem Kollegen Paranoyer (hier auch sein Beitrag) an dieser Stelle vorangehend meinen Dank aussprechen, schöne Fragen hast du dir ausgedacht. 🙂
Los gehts.

Aliens begegnen uns ja ständig in allen möglichen Medien. Doch wie sieht es für dich in der Realität aus? Glaubst du an die Existenz von außerirdischem Leben irgendwo im All oder hältst du die Erde für einen (für uns) glücklichen Zufall?

Sowohl als auch. Immer wieder schaue ich mich um in unserer Welt und bin begeistert, wie alles im noch so kleinen Rahmen ineinandergreift. Jedes noch so kleine Lebewesen, sei es zu Land oder in den Tiefen der Ozeane, hat seinen Platz, erfüllt seinen Zweck und bereichert das Ökostystem Erde. Das kann selbstredend nicht allein mit Zufall abgetan werden, nichts desto trotz halte ich auch diesen Aspekt für eine nicht unbedeutende Variable im Fortgang von Erde und Evolution. Was der Mensch dabei leider mehr und mehr vergisst, ist dass wir als Kollektiv nicht Besitzer, sondern Teil des irdischen Lebens sind. Unser Planet ist nicht von uns abhängig, wir laut aktuellem Stand der Forschung jedoch sehr wohl von unserer Mutter Erde. Ein wenig mehr Respekt im Umgang mit dieser würde daher auch von Respekt vor uns selbst zeugen, teils lässt sich dieser eigenartigerweise vermissen.
Um aber auf den weiteren Teil der Frage einzugehen: Ja, ich glaube, dass wir nicht allein sind in den unendlichen Weiten des Weltalls. Diese Annahme wäre vermessen, ja irgendwo sogar arrogant. Und wo ich grade heute das erste Mal das Remake von „Invasion of the Body Snatchers“ sehen durfte hier gleich ein passendes Zitat: „Why do we always expect metal ships?“
Für die Form Außerirdischen Lebens bin ich nämlich offen, allein in diesem Moment strömen verschiedenste Möglichkeiten von Körpern und Technologien durch meinen Kopf, die im ersten Moment allesamt albern, aber letztendlich eventuell nur fernab unserer Vorstellungskraft liegen und alles andere als unmöglich sind.

Empfindest du TV-Serie wirklich, wie immer mal wieder postuliert wird, als „Medium der Zukunft“, dass dem Kino den Rang ablaufen wird (oder es schon getan hat)? Oder ist das alles zu sehr gehypt?

Ich denke die TV-Serie is wohl das Medium der Zukunft. Das Kino ist der Serie in Sachen Ausdrucksstärke und Kunst meiner Ansicht nach weiterhin gnadenlos überlegen, der Kundentrend geht aber wohl klar Richtung Serie. Oftmals leichter verdaulich, für viele kostenlos zugänglich und irgendwie leichter in den Alltag einzubringen schaut sich ein Großteil grade junger Menschen lieber die neue Staffel ihrer liebsten Serie an, als den Weg ins Kino zu suchen. In den letzten Wochen habe ich jedoch auch einige schöne Momente in den Wuppertaler Kinos erlebt. Kleine, ganz alltägliche zwar, aber doch solche, die mir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert haben. Beide Male waren es Väter, die ins Kino gegangen sind, beigleitet von ihren Kleinen, voller Staunen in den Augen. Hat mich hoffen lassen, meinen potenziellen Kindern in der Zukunft die Liebe zum Kino näher zu bringen zu können.

Ganz ehrlich: Verfolgst du manche Blogs nur, damit du über die dort veröffentlichten Meinungen den Kopf schütteln kannst?

Nein, alle Blogs die ich regelmäßig verfolge, schätze ich und freue mich jedes mal über die E-Mail-Benachrichtigung über neue Beiträge.

Manche Leute lehnen schwarz/weiß-Filme kategorisch ab. Findest du diese Haltung albern oder kannst du sie, zumindest auf irgendeiner Ebene, nachvollziehen?

Kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Das Stilmittel wird meist nicht ohne Grund eingesetzt und nimmt dem Filmerlebnis letztlich nichts weg, erweitert meistens eher.
Auch Filme, die lange vor der Einbindung von Farbe in Filmen erschienen, sind für manchereins nicht deshalb unbequem zu schauen, weil der schwarz/weiß-Effekt für Irritation sorgt, sondern weil Filme vor etlichen Jahren teilweise so anders funktionierten, als heutzutage so erfolgreichen Streifen wie „Fuck Ju Göthe 2“.

„Mann benutzt lebenden Igel als Fußball.“ Wie sehr regen dich solche Meldungen auf bzw. lassen sie dich an dem Zustand der Menschheit verzweifeln (alternativ kann auch jede andere Meldung eingesetzt/gedacht werden)?

Die Antwort kann ich ergänzend an die der ersten Frage anknüpfen:
Ich finde die arrogante Art des Menschen, sich gegenüber anderen – (körperlich) schwächeren – Lebensformen grauenvoll. (Passend zu diesen Gedankenströmen habe ich letztlich Stephen Kings „Die Arena“ gelesen. Auch King setzt sich hier mit dieser Frage auseinander.)
Aber der Mensch geht sogar noch weiter, nicht nur andersartige Lebewesen – auch andere Menschen werden nicht mit Respekt behandelt. Das fängt im Kleinen an:
Vor einigen Tagen konnte ich beispielsweise beobachten, wie eine sichtlich gebrechliche Frau versuchte, in eine relativ stark schwingende Schwebebahn einzusteigen. Sie war um die 80 Jahre alt und klammerte sich um einen Rolator, ihren ständigen Begleiter und die wohl verlässlichste Hilfe im Alltag. Mindestens sechs sowohl körperlich und (eigentlich) wohl auch geistig gesunde Menschen, die direkt hinter der von ihr ausgewählten Eingangstür standen, hielten es für sinnvoller dem Kampf, die die Dame mit sich, der plötzlich so schwer wirkenden Gehhilfe und der pendelnden Schwebebahn führte regungslos zu beobachten, anstatt einen Arm auszufahren und dieser Dame für einen, wenn doch nur so kurzen Moment, den Tag zu verschönern. Das tut niemandem weh. Ganz im Gegenteil.
Deshalb ja: Die Menschheit lässt mich oft kochen vor Wut und Unverständnis. Wenn ein jeder sich seiner Möglichkeit bewusst wird, anderen den Tag zu verschönern, sei es durch ein Lächeln oder eine helfende Hand, hilft das nicht nur anderen, irgendwann auch dir. Das ist die Form von „Karma“, an die ich gerne glaube.

Was sind deine Strategien, um nach einem stressigen Tag wieder einen Ausgleich zu finden?

Ganz einfach, Kopfhörer auf, Musik an, am besten während einer Einheit Sport. Danach ist der Stress meist verflogen.

Auf welches Medium/Kunstform könntest du persönlich am ehesten verzichten (ohne es selbstredend ganz abschaffen zu wollen, da ja jeder sein Faible haben darf)? Bücher, TV, Radio, Videospiele oder etwas ganz anderes?

Auf TV und Radio verzichte ich weitestgehend schon seit Jahren (zumindest auf die klassische Form). Würden selbstbestimmte Musikauswahl und Filme per Blu-Ray/Kino auch unter diese Kategorien fallen, würde ich auf lange Sicht definitiv auf Videospiele verzichten. Finde ich seit geraumer Zeit sowieso kaum noch Zeit für.

Blogger, besonders die Film- und/oder Buchaffinen, berichten ja immer wieder von Platzproblemen. Kennst du das oder hast du deine Sammelwut im Griff bzw. einen Weg gefunden, alles unterzubringen?

Der benötigte Platz für meine Bücher hält sich (noch) in Grenzen, auch wenn die Sammlung auch in dieser Richtung langsam Form annimmt. Das provisorische Filmregal platzt jedoch aus allen Nähten. Trotz selbst auferlegter Restriktionen, nur noch bereits gesehene und für toll befundene Filme ins Regal zu stellen, muss da eine neue Lösung her.
Als vorzeitige Lösung schwanke ich da noch zwischen kreativer Ideensuche Marke Eigenbau (falls jemand Ideen hat, gerne her damit :p) und einfacher Regale aus dem schwedischen Möbelhaus.

Wo wir gerade bei Sammelwut sind: hast du als Kind Zeitschriften gesammelt? Wenn ja, welche und vor allem: tust du es heute noch?

Hmmpf. Zeitschriften eigentlich überhaupt nicht. Dafür ist der Wahn dann bei Spielkarten und Panini-Fußballbildern ausgebrochen. Teilweise ärger ich mich heute noch, wenn ich in längst vergessene Schubladen schaue und mich Pappkarten im Wert von über 100€ anlächeln. Naja, was solls, ich war jung und brauchte das Geld. Achnee, das ging anders..

Twitter interessiert es, den Deutschen im Klischee sowieso, andere nehmen es einfach hin: das Wetter. Welche Jahreszeit entspricht deiner Vorstellung von einem „super Wetter“ am ehesten und warum?

Vielleicht die denkbar langweiligste Antwort, aber sie entspricht der Wahrheit: Ich kann jeder Jahreszeit etwas abgewinnen, bin dann aber auch froh, wenn der Zyklus weiterdreht und sich Veränderung anbahnt. Kalte Wintertage voller Schnee und warmem Tee, einem guten Buch und Wollpullis haben genauso ihren Reiz, wie sonnige Tage an See und Meer. Vorerst freue ich mich auf die fallenden Blätter, die Farbenpracht die uns erwartet und gemütliche Stunden zuhause, bis dann irgendwann im Frühling nächsten Jahres die Welt aus einem Schlaf aufzuwachen scheint und Vögel den Beginn der warmen Jahreshälfte signalisieren.

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7 Gedanken zu “Liebster Blog-Award von „Paranoyer“ (Ich lebe noch)

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