Frank

Maskierte Stars sind mittlerweile ja nichts Ungewöhnliches mehr, ob nun der berühmte deutsche Panda oder Kiss in den 80’ern, mindestens einen haben wir alle schon gesehen. Jetzt gibt es eine Komödie über den fiktiven Musiker Frank, der nicht nur mit seiner herrlich bescheuerten Maske auftritt, sondern auch duscht oder schläft. Hört sich erstmal gnadenlos dumm an, entwickelt sich über die seine Laufzeit aber zu einer äußerst sympathischen Komödie.
Wir verfolgen den Möchtegern-Musiker Jon Burroughs (Domhnall Gleeson) auf seinem Weg in die verrückte Band The Soronprfbs rund um das maskierte Musikgenie Frank.
Anfangs etwas verloren in der großen, weiten Welt versucht er neue Songs zu schreiben und teilt seiner handvoll Twitter-Followern mit, was in seiner Welt grade vor sich geht. Am Strand wird er dann Zeuge einer dramatischen Szenerie: ein Mann steht bis zum Hals im Meer und versucht sich das Leben zu nehmen. Wie sich herausstellt ist dieser Teil besagter Band, händeringend auf der Suche nach einem Ersatz für diesen Keyboardspieler – die Band hat an diesem Abend einen Gig – springt Jon spontan ein und findet so seinen Weg in ihre Reihen. 

Der Auftritt vor mäßig großem Publikum wird ein totaler Flop und endet abrupt in einem Streit. Keine fünf Minuten und das Musikerensemble ist in ihrem kleinen Tourbus verschwunden und scheinbar über alle Berge. Relativ enttäuscht wird Jon stehengelassen und landet zurück in seinem recht tristen Leben. Doch alles kommt anders als gedacht, einen Tag später bekommt er einen Anruf und wird zurückgeordert. Er wird Teil der geplanten Albumaufnahme, sie fahren zusammen in eine einsame Hütte und schanzen sich folgend fast ein Jahr von der Außenwelt ab.

Das Musikerensemble besteht aus einem Haufen verrückter Charaktere, allesamt leicht schräg und wie später im Film selbst ausgesprochen Freaks. Frank ist der Kopf der Band, trägt rund um die Uhr einen gebastelten überdimensional großen Kopf, scheint unter diesen Künstlern fast noch der „normalste“ und hat enormen Einfluss auf die restlichen Mitglieder. Er wird respektiert, sogar als Vorbild angesehen. Die musikalischen Geniestreiche kommen von ihm, sind aber nicht von Erfolg gekrönt. Die Band ist recht unbekannt und hat auch nicht zwingend die Ambitionen dies zu ändern. Jon jedoch hat andere Pläne und sammelt in sämtlichen Social-Media-Plattformen mehr und mehr Follower und verschafft seiner Band eine Fanbase. Hier wird deutlich welchen Stellenwert virales Marketing in der heutigen Zeit einnimmt, Facebook, Twitter & Co. markieren mittlerweile das große  Sprungbrett für Aufmerksamkeit.

Die Geschichte wird aufgefrischt mit teils sehr lustigen Dialogen. Wenn Frank zum Beispiel in einem Gespräch durch seinen „Kopf“ hinterfragt, wieso man irgendetwas verbergen sollte („why cover anything up?“),  ist das selbst-ironisch und ziemlich lustig. Natürlich entstehen auch sonst teils absurde Szenen, Frank geht beispielsweise auch mit Pappmaschee-Kopf duschen, schützt diesen aber mit einer Plastiktüte.Der Humor ist dabei klamaukig,  geht aber nie zu weit um ins Lächerliche abzudriften.

An sich ist Franks Figur jedoch überraschend charismatisch und als Person recht glaubwürdig, ohne sein Gesicht sehen zu können schafft es der Schauspieler der Figur Leben einzuhauchen und dem Charakter Tiefe zu verleihen. Wer unter der Maske steckt war dann eine nette Überraschung, ich selbst habe den Schauspieler nicht anhand seiner Stimme erkannt.
Natürlich gibt es wie so oft auch einen dramatischen Wendepunkt. Jon macht eine Veränderung durch, während er anfangs kaum Einfluss auf die Truppe hat, schafft er es Frank mit der Zeit für sich zu gewinnen. Die Truppe scheint sich zu spalten, es müssen Entscheidungen getroffen werden. Eine zentrales Thema wird dabei der Erfolg, ob Musik und Ruhm immer unbedingt zusammenpassen wollen und welche Veränderungen das mit sich bringen muss.
Untermalt werden die Geschehnisse mit einem super Soundtrack, alle Tracks sind dabei vom Cast live am Set eingespielt worden. Find ich super und passt hervorragend zum restlichen Film.


Lustige Komödie mit einer außergewöhnlichen Idee, lustigen Dialogen, gutem Soundtrack und voller Herz.  Erfindet das Rad nicht neu, ist aber auf jeden Fall sehenswert!

Bewertung: 7/10


Frank Poster © Element Pictures

Frank Poster © Element Pictures

Regisseur: Leonard Abrahamson

Schauspieler: Domhnall Gleeson, Maggie Gyllenhaal, Michael Fassbender

Laufzeit: 95 Minuten
Erscheinungstermin: 09.05.2014

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