The Italian Job

Ein Mann sitzt in einem Auto und fährt eine kurvige, mit Schluchten umsäumte Strasse entlang. Die Kameraperspektive wechselt und wir verfolgen diese eigentlich eher unspektakuläre Autofahrt aus Sicht des Fahrers, während die Credits zu stimmigem Soundtrack durch die Windschutzscheibe laufen. Die Autofahrt nimmt ein abruptes Ende, die Kamera verlässt Auto, als auch Fahrer und zeigt eine Explosion am Ende des durchfahrenden Tunnels. Jenseits der Unterführung stehen unzählige, mit feinen Anzügen gekleidete und Maschinengewehren ausgerüstete Männer, ohne eine Miene zu verziehen. Das Auto wird in die Tiefen  geworfen, ein symbolischer Beerdigungskranz rollt hinterher. Schnitt.
Der Ganove Charlie Croker (Michael Caine) wird aus einem Gefängnis in England entlassen. Nach kurzer Eingewöhnung an die neu gewonnene Freiheit, wird ihm per Videobotschaft ein neuer Coup vorgeschlagen. Der eben noch „verunglückte“Fahrer schlägt folgendes Objekt der Begierde vor: 4.000.000 $. Die gewagte Operation soll sich in Italien abspielen, es sind jedoch nicht nur die örtlichen Behörden, gegen die sich Charlie bewahren muss, auch die italienische Mafia hat Wind von der Sache bekommen. So muss Croker eine fähige Truppe zusammenstellen, um den grössten Coup seiner Karriere möglich zu machen.

The Italian Job ist ein klassischer Heist-Movie, erst wird ein Team zusammengestellt, der Überfall sorgfältig geplant und folgend umgesetzt. Anders als viele Genrevertreter nimmt sich dieser jedoch nicht zu ernst und verbindet die Krimi-Geschichte mit einer guten Prise Selbstironie. So ist Professor Simon Peach (Benny Hill) , der geniale „Denker“ der Truppe, ein verkappter Perverser und steigt nur mit ins Boot, weil er eine Schwäche für beleibte Frauen hat. Mr. Bridger (Noel Coward),  der Strippenzieher der Organisation, ist seinerseits noch im Gefängnis inhaftiert, hat seine Zelle jedoch stilecht mit Bildern der Queen tapeziert. Dazu kommt ein sympathischer Michael Caine, den ich persönlich immer gerne auf der Leinwand sehe, hier in jungen Jahren als verschmitzter Bankräuber und flotten Sprüchen auf den Lippen.
„Youre only supposed to blow the bloody doors of“
So findet der Film eine angenehme Mischung aus spannender Geschichte mit der nicht zu kurz kommenden Prise Humor. Dabei fällt kaum auf, dass das ganze schon über 40 Jahre auf dem Buckel hat, das allseits betriebene Overacting jeglicher Charaktere wäre heute wohl nicht mehr zeitgemäß, fügt sich dennoch wunderbar in’s Gesamtkonzept des Films ein.
Das letzte Drittel des Films gehört dann allein der hervorragend inszenierten Fluchtsequenz, hier werden drei Fluchtfahrzeuge – 3 Minis, in rot, weiß und blau, den Farben der britischen Nationalflagge – durch verschiedenste Szenerien gejagt. Vorbei an Einkaufszentren, auf Dächern und durch die Kanalisation versucht unser Team ihre Verfolger abzuhängen. Im Normalfall bin ich kein großer Fan von Autoverfolgungsjagden, oft sind diese krampfhaft auf actiongeladene Autosequenzen aus, mit viel Lärm um nichts. Das wirkt hier anders, zwar kommen die Stunts nicht zu kurz, wenn Minis und Verfolger über Dächer springen, aber auch hier wirkt einmal mehr das schon oft angesprochene Quäntchen Humor. Der Durchlauf der verschiedenen Schauplätze lässt es dabei nie langweilig werden.
Ohnezuspoilern ist das Ende des Films dann im wahrsten Sinne des Wortes ein wahrhafter Cliffhanger und nett gewählt.


„The Italian Job“ ist ein sehr gelungener, stimmiger Genrefilm. Insgesamt gut gealtert und voller Charme. Wohl ein Klassiker des britischen Films, gehört jedoch nicht zu den ganz Großen. Grade im Hinblick auf zahlreiche Werke, die sich ähnlicher Mechaniken bedienen, ist das ganze jedoch auch heutzutage noch einen Blick wert! 

Bewertung: 8/10


Italian Job Poster ©

Italian Job Filmposter ©

Regisseur: Peter Collinson

Schauspieler: Michael Caine, Noel Coward, Benny Hill
Laufzeit: 99 Minuten
Erscheinungsdatum: 22. August 1969

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