The Hunter

Der Söldner Martin (Willem Dafoe) wird entgegen seiner sonstigen Beschäftigungen von einem geheimnisvollen Biotech-Konzern engagiert, das wohl letzte lebende Exemplar des tasmanischen Tigers aufzuspüren, zu jagen und letztendlich zur Strecke zu bringen. Das leicht abstruse Tier erinnert optisch an eine Kreuzung aus Wolf und Tiger und soll sich in Australien aufhalten. Also macht Martin sich auf den Weg und findet eine Unterkunft im problemgeladenen Haus von Lucy Armstrong und ihren Kindern. Von hier aus beginnt nicht nur die Jagd auf den Tiger, Martin wird auch mehr und mehr in der Familie eingebunden, ausserdem scheint er nicht der einzige auf der Suche nach besagtem Tiger..

Trailer:

Wer nach dieser Ausgangssituation nun auf einen spannungsgeladenen Thriller hofft, wird hart enttäuscht werden. Als der Protagonist nach etwa zehn Minuten Laufzeit in seiner Unterkunft ankommt, wandelt sich der Film relativ schnell zu einer Art Familiendrama.

Das Mädchen redet unglaublich viel, der Junge redet gar nicht und die Mutter liegt die ersten 40 Minuten im Bett und schläft. Der eigentliche Mann des Hauses ist nunmehr seit knapp einem Jahr verschwunden und wird vermisst, nachdem auch dieser Jagd gemacht hatte auf diese so besondere Spezies. So weit so gut.
Kommt nun jedoch ein erstes Problem des Filmes zu tragen: Die relativ schlecht aufspielenden Kinder. Auch wenn man in so jungem Alter kein großes schauspielerisches Spektakel erwarten kann, ist das problematisch, denn die rasant entwickelnde Beziehung zwischen Martin und den Kleinen steht vorerst im Vordergrund. Innerhalb kürzester Zeit scheint der Neuankömmling das Herz der Kleinen zu erobern, bis sie sich schnell zu einem quasi wildfremden, nackten Mann in die Badewanne setzen. Das geht mir persönlich alles viel zu schnell, auch die plötzlich wieder quikfidele Mutter scheint den Jäger schnell in ihr Herz zu schließen und den verschollenen Ehemann schnell zu vergessen.

Was nun folgt sind sich wiederholende Trips in die Wildnis, unterstützt von wunderbaren Aufnahmen der Landschaft machen die teilweise Lust den Film Film sein zu lassen und sich auf den Weg nach Australien zu machen. Hier stellt der gut aufspielende Dafoe Fallen auf, versucht Spuren zu lesen und den tasmanischen Tiger aufzuspüren. Dabei geht jedoch jegliche Spannung verloren, es fühlt sich an wie ein ständiges schnelles hin und her zwischen der Wildnis und dem Haus, um der eigentlichen Prämisse des Films doch irgendwie treu zu bleiben. Die Bewohner des Dorfes sind allesamt unglaublich unsympathisch, die Australier werden als mies gelaunte, fremdenhassende Bande von Rednecks dargestellt. Doch wirken sie weniger bedrohlich, wenn sie mit vier Scheinwerfer-leuchtenden Trucks vorgefahren kommen und in die Luft schießen, als einmal mehr wie das typische Abziehbild der feindlich gesinnten Dorfbewohner einer Provinz.

Der finale Showdown und das Nachfolgende Ende kommt dann sehr enttäuschend und eher mit der Brechstange daher, verkommt in der letzten Szene sogar zum vollkommenen Kitsch.


Insgesamt ein eher schwacher Film, den man schnell wieder vergessen wird, ohne großen Spannungsbogen und rotem Faden, jedoch mit einem gewohnt gut aufspielenden Dafoe und schönen Landschaftsaufnahmen, sowie angenehmer Atmosphäre.

 Wertung: 5,5/10


The Hunter Filmplakat ©

The Hunter Filmplakat ©

Regisseur: Daniel Nettheim

Schauspieler: Willem Dafoe, Sam Neill, Frances O’Conner, Morgana Davies
Laufzeit: 102 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011

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